Bin ich mir selber treu?

Die Corona-Zeit eignet sich sehr gut dazu, dass man auf Gedanken kommt und sich mit ihnen auseinandersetzt, für die man im normalen Alltag schlicht keine Zeit findet.

Ich stoße derzeit gedanklich oft auf die Frage wer ich überhaupt bin beziehungsweise welcher Typ Mensch in mir steckt. Dabei habe ich unter anderem festgestellt, dass ich anpassungsfähig bin. Ja genau, ich würde mich als anpassungsfähigen Menschen bezeichnen!

Wie komme ich auf diese Eigenschaft? – Musik zum Beispiel. Ich lasse mich von Liedern vieler Genres berauschen. Mit gewissen Leuten höre ich Musik, bei der ich in anderen Freundesgruppen nie auf den Gedanken kommen würde diese Lieder abzuspielen. Und alleine? Da höre ich sowieso, meiner Stimmung entsprechend, ganz andere Musik.

Anpassungsfähig eben…

Im Urlaub in der Heimat der Eltern trotz 35 Grad eine lange Hose tragen, weil die Gepflogenheiten der Verwandten dort eben so sind UND wenn man dann wieder zurückfliegt und vom Flugzeug aussteigt klassisch österreichisch sich über andere Menschen ärgern (Die Drängler im Flieger beim Aussteigen sind aber wirklich nervig).

Um nur ein paar Anekdoten aus meinem Leben aufzuzählen, in denen ich mich unbewusst oder auch bewusst von der Gemeinheit leiten habe lassen.

Anpassungsfähig eben…

Ich glaube, dass man nicht alle Charaktereigenschaften in die Wiege gelegt bekommt, sondern auch mit der Zeit aufbaut. Anpassungsfähigkeit zum Beispiel. Als ein in Österreich geborenes Kind von Migranten musste man sich 

sein ganzes Leben lang schon anpassen um einerseits von der Allgemeinheit akzeptiert zu werden und andererseits auch selbst in der Gesellschaft glücklich zu werden.

Die Frage, die ich mir nach all den Gedanken stelle ist, ob ich mir überhaupt selber treu bleiben kann, wenn ich so anpassungsfähig bin?

Laut „Google“ sind beugsam und gehorsam Synonyme von anpassen. Heißt das, dass ich mich der Allgemeinheit immer nur beuge und Gehorsam leiste? – Ich sehe das ein wenig anders als „Google“.

Wenn man sich nämlich Leuten anpasst und denen damit Freude bereitet, ohne dass man von seinem eigenen ICH abkommt, ist das etwas Positives. Die Schwierigkeit gestaltet sich jedoch darin, einen Spagat zwischen dem Anpassen an die Gesellschaft und dem sich selbst gegenüber authentisch Bleiben zu meistern. Ich glaube, dass man als anpassungsfähiger Mensch eben diesen schweren Spagat nicht immer gut bewältigen kann und aufgrund dessen in manchen Situation im Leben nicht nach den eigenen Überzeugungen handelt…

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